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Selbstbedienungsverbot für MDI-haltige Produkte aufgehoben

Am 11. Januar 2017 wurde innerhalb der Bundeskabinettssitzung über die Zukunft des Selbstbedienungsverbots für MDI-haltige Produkte entschieden und eine Neuregelung festgelegt.

Mit dieser Neuregelung sind isocyanathaltige Produkte wie PU-Schäume, Dicht- und Klebstoffe (eingestuft als H 351) nicht mehr in der Anlage der Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) aufgeführt.

Somit fallen diese nicht mehr unter das Selbstbedienungsverbot.

Die Veröffentlichung vom 26. Januar 2017, mit der Neuregelung der ChemVerbotsV, finden Sie über den Bürgerzugang auf der Bundesanzeiger-Webseite. Hier der direkte Link: https://goo.gl/eCBiak


VPB rät: Bauherren sollten Maße auf der Baustelle kontrollieren

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- „Beim Bauen kommt es auf den Millimeter an. Das ist vielen Bauherren und auch manchen Handwerkern gar nicht richtig bewusst“, konstatiert Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger.

Quelle: Colourbox

Der Sachverständige leitet das Büro Freiburg-Südbaden im Verband Privater Bauherren (VPB). Die fachliche Kontrolle von Plänen und die laufende Qualitätskontrolle auf der Baustelle gehören zu seinen täglichen Aufgaben.

Grundlage jedes Bauvorhabens sind vermaßte Pläne. Danach wird gebaut. Etage auf Etage wird auf dem jeweils darunterliegenden Geschoss eingemessen und hochgezogen. Eventuelle Ungenauigkeiten setzen sich fort und potenzieren sich. Sorgfältiges Arbeiten ist also wichtig. „Allerdings wird auf der Baustelle auch unter widrigen Witterungsbedingungen gearbeitet. Beim Einmessen können schon einmal Flüchtigkeitsfehler passieren“, weiß Marc Ellinger. „Wird zum Beispiel beim Anreißen einer Wand die Schlagschnur auf einer Seite an die falsche Anreißlinie angelegt, steht die Wand später schief. Das fällt eventuell erst beim Fliesen des Bodens auf. Die Korrektur wird dann teuer und zeitaufwändig.“

Wer schlüsselfertig baut und damit auf einen eigenen freien Architekten verzichtet, der die Bauleitung für ihn übernimmt, muss selbst nach dem Rechten sehen. „Bauherren sind gut beraten, regelmäßig auf ihrer Baustelle auch die Maße zu kontrollieren“, empfiehlt Bauherrenberater Ellinger. „Je früher Maßfehler und Ungenauigkeiten entdeckt werden, umso eher können sie korrigiert werden.“ Gemessen wird am besten mit einem Gliedermaßstab mit zwei Meter oder auch drei Meter Länge. Im Volksmund heißen sie „Zollstock“.

Zur Ausstattung gehören noch ein Maurerbleistift und ein Senklot. Gemessen wir mit dem Maßstab am Boden entlang. Wo er endet, wird mit dem Bleistift ein Strich gezeichnet. Jenseits der Markierung legen die Bauherren den Maßstab exakt wieder an. So lassen sich auch größere Wandabschnitte sehr genau nachmessen. Wer es komfortabler mag, kann sich auch einen Laserentfernungsmesser kaufen. Das Senklot wird zum Überprüfen der Lotrechten benutzt: Ist die Wand gerade? Dazu eignen sich auch Wasserwagen. Die sind allerdings etwas sperrig und passen nicht in Hosen-oder Handtaschen.

Zur Winkelmessung – wichtig für die Kontrolle des rechten Winkels etwa bei Leibungen - leistet ein normaler Schreibblock gute Dienste, sofern er ein rechtwinkliges Format hat. Zur Winkelkontrolle über größere Strecken empfiehlt Marc Ellinger auch Laien den „Satz des Pythagoras“. „Im Regelfall bauen wir mit rechten Winkeln. Das können wir uns zunutze machen und nehmen folgende Längenverhältnisse an: Kathete 1 : Kathete 2 : Hypo-tenuse = 3x : 4x : 5x. Praktisch wenden wir das wie folgt an: An der einen Wand messen wir 60 Zentimeter (3 x 20 cm) aus der Ecke heraus und machen dort einen Strich am Boden. An der (vermutlich) senkrecht dazu stehenden Wand messen wir dann 80 Zentimeter (4 x 20 cm) und machen wieder einen Strich. Anschließend messen wir von der einen Strichmarkierung direkt zur nächsten. Beträgt die Entfernung exakt einen Meter (100 cm = 5 x 20 cm) steht die Wand tatsächlich rechtwinklig zur anderen.“

Bauherren sollten auf diese Weise alle wichtigen Maße kontrollieren: Längen und Breiten der Außenmaße; Längen, Breiten und Höhen der Innenraummaße; Breiten und Höhen der Öffnungsmaße von Fenstern und Türen; den rechten Winkel an Tür- und Fensterleibungen.

„Zur Maßkontrolle brauchen Bauherren natürlich korrekte, vermaßte Pläne“, erinnert Marc Ellinger. „Auf diese haben sie mit dem neuen Verbraucherbauvertragsrecht auch einen Anspruch. Anhand der Pläne sollten sie kontrollieren, und dort sollten sie auch alle Abweichungen eintragen. Und natürlich umgehend bei der Baufirma Bescheid sagen, wenn sie Ungenauigkeiten feststellen. Selbstverständlich können Bauherren auch ihren VPB-Berater mit regelmäßigen Kontrollmessungen beauftragen. Das wird dann jedoch enorm zeitaufwendig und teuer für einfache Aufgaben, die die Bauherren durchaus auch selbst übernehmen können. Und mindestens zwischen den Baukontrollen müssen Bauherren ja sowieso selbst die Augen offenhalten“, rät der Bausachverständige.